Liebe alle,

ganz kurz gefasst: Wir haben nun auch etwas zu den Party-Ereignissen und dem Nachgang geschrieben und versucht unsere Sichtweise darzustellen. Und wir möchten den Text gerne heute um 15.00 Uhr auf der MM crossposten. 

Viele Grüße,

accalmie, Sabine und Nadia

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Schulternklopfen für die Opfer

(Anmerkung: Wir - accalmie, Sabine und Nadia - haben den vorliegenden Text gemeinsam verfasst. Wir sind, falls das so gelesen werden könnte, nicht "die Stimme der QT*PoC" oder von sonstwem. Wir sprechen nur für uns; weder für alle WoC noch PoC, die auf der MMwird5-Party anwesend waren, noch für alle anderen.)

Ironie schlägt oft dann zu, wenn man sie am wenigsten erwartet - das gilt zugleich für die MMwird5-Party letzten Samstag, als auch für deren "Nachspiel" der vergangenen Tage. 

Ironie Eins schlug zu, als die sich selbst als anti-rassistisch und rassismus-kritisch verstehende Mädchenmannschaft (MM) auf ihrem ebenso definierten und postulierten Event den Sl*twalk Berlin einlud, und im Zuge dessen auf (zu erwartende) rassistische "Vorfälle" nicht adäquat reagierte, geschweige denn selbst daran dachte, sich bei Panelist_innen und Künstler_innen auch mal persönlich zu entschuldigen - und zwar dafür, dass eine Situation hergestellt und geduldet wurde, die den Abbruch der Diskussion, Sows Absage ihres Konzerts und ein Spontan-Panel von WoC nach sich ziehen musste. Ein Spontan-Panel, das für alle überraschend kam, und das wir Bullshit-Bingo genannt haben: Bingo mit Herzblut. Das Podium war eine nachträgliche Intervention, weil der Raum dafür zuvor nicht vorhanden war.

Ironie Zwei hingegen schlug in den letzten Tagen zu, als wir, drei der fünf WoC-Panelistinnen beim Event und selbst Mädchenmannschafts-Autorinnen mit unterschiedlichen Involviertheitsgraden, uns dann mit grundlegenden Problemen von "calling out"-culture und Stellvertreter_innen-Antirassimus konfrontiert sahen bei vielen der Reaktionen auf die unbestrittenen Fails bei der MMwird5-Party und den ersten Reaktionen der MM auf diese. Wie auch die nun veröffentlichte Stellungnahme und Entschuldigung weißer MM-Autorinnen erwähnt: die MM ist nicht die weiße Einheitsfront, zu der sie in den letzten Tagen stilitisiert wurde.

Noch wichtiger: Mit der Annahme, man könne für "die armen PoC" bei der Mädchenmannschaft oder sonstwo sprechen als weiße Person, sind keine Kekse zu gewinnen. Ein_e weiße_r Antirassismus-Verbündete_r zu sein bedeutet nicht, zu glauben, für PoC sprechen zu können, sondern Unterstützer_in zu sein und - besonders hier elementar - sich auch an die eigene Nase zu fassen.  Doch die eigene Nase ist nur schwer erreichbar, wenn man primär mit dem Bauchreden für Andere beschäftigt ist.

Die Verhaltensweise der MM auf der Jubiläumsfeier und im direkten Anschluss an diese war unter "ally"-Gesichtspunkten miserabel. Die MM muß daraus Konsequenzen ziehen. 

Erstaunt und angestrengt sind wir aber trotzdem über die Vehemenz, mit der manche nun zum Angriff pfeifen. Damit wird nicht nur ausgeblendet, dass es hier nicht nur um die Ermöglichung von rassistischen Handlungen durch die MM geht, sondern um konkrete rassistische Äußerungen von Verteter_innen des SW Berlin. Viel schlimmer, wir befinden uns mittlerweile in einem "Stellverteter_innen-Kampf" für PoC, über welche viele weiße Personen nicht nur spekulieren, sondern meinen sagen zu können, wie sie (PoC) sich zu fühlen und zu verhalten haben in dieser Situation - oft unter dem Deckmantel eines eigenartigen Critical Whiteness-Verständnisses. 

Dieses gegenseitige Schulterklopfen mancher für die Versicherung, dass man selbst ja nie so rassistisch gewesen wäre, ist die dritte bittere Ironie. Das fängt damit an, dass einem Vorstandsmitglied der ISD die individuelle Wahrnehmungsfähigkeit und Beurteilung der Ereignisse auf der MMwird5-Party von weißen Personen abgesprochen wird - er sei offenbar auf einer anderen Veranstaltung gewesen als sie. Es steigert sich bis zu der Absurdität, dass die meisten Weißen, die zugleich Teilnehmer_innen der MMwird5-Party waren und zwar jetzt (auch zu Recht) auf die MM schimpfen und sich nun um PoC-Besucher_innen sorgen, selbst keinen Finger gerührt haben, um rassistische Äußerungen zu unterbinden.

Im übrigen offenbarte sich hier das grundlegende Dilemma sowohl der Veranstaltung, als auch der üblichen feministischen und offiziell herrschaftskritischen Strukturen in Deutschland: sie sprechen nur die "üblichen Verdächtigen" an. Wie viele PoC-Besucher_innen waren auf der Party überhaupt anwesend? Den meisten dürfte aufgefallen sein: niemals mehr als fünf bis zehn Prozent. Wie viele davon waren Besucher_innen, wie viele am Programm Mitgestaltende? Der Großteil der anwesenden QT*PoC ist expliziten Einladungen nachgekommen, ob als Panel-Teilnehmer_in oder Künstler_in. Weiterhin waren die Besucher_innen mehrheitlich cis-gender, und auch wenn die Werkstatt der Kulturen barrierefrei ist, fühlten sich ebenfalls nur sehr wenige nicht-ablebodied Menschen von der MMwird5-Party angesprochen. Man hatte es, unserer Meinung nach, also wieder mit einem dominanzgesellschaftlichen Raum zu tun, woraufhin sich natürlich die Frage stellt, was eine derartige Besucher_innen-Verteilung über die Lebenswelt der Anwesenden aussagt. Wer sind die Rezipient_innen der ganzen dezidiert "feministischen", "anti-rassistischen" etc. Botschaften? Wieviel Wert hat das Wort auf dem Papier oder im Internet, wenn das, was den ganzen Tag gepredigt wird, nicht gelebt wird? Wo bleiben die Interventionen, die im Netz manchmal für einen shitstorm, aber zumindest für "Empörung" sorgen? "Antira", "Critical Whiteness": Alles nur schicke Labels, die dem Praxistest nicht standhalten? 

Das wiederum Ironische ist ja, dass landläufig die Kritik an Feminismen (und Netzaktivismus) geübt wird, dass man sich eine kleine rosa Blase kultiviere, die mit Lebensrealitäten nichts mehr zu tun hätte. Könnte man dieser Bubble-Theorie Glauben schenken, hätten wir am Samstag einen ziemlich sicheren Raum gehabt. Was aber bleibt, ist die Feststellung, dass man es hier primär mit einem Leben im Konjunktiv zu tun hat.

Die Tatsache, dass es sich bei der MMwird5-Party mitnichten um einen sicheren oder auch nur diversen Raum handelte, stellt uns also vor die Frage, ob diese rosa Blase entweder nicht existiert, oder ihre Existenz zur Folge hat, dass Menschen zwar theoretisch versiert sind, es ihnen in der Praxis aber an Bewusstsein und  Handlungsfähigkeit mangelt bzw. Problematiken erst gar nicht sichtbar werden (...am Rande sei hier nur die erneute Ironie erwähnt, dass dies auch ein Thema des eskalierenden "Netzaktivismus'"-Panels hätte gewesen sein können.) Es scheint bei aller Theorie-Gewandtheit der dialektische Umschwung zum Tragen zu kommen, man sei über jeden Zweifel erhaben. Die rosa Bubble, nicht mehr als eine Feel-Good-Flatulenz der sozialen Erwünschtheit in den Weiten des deutschen world wide web? Spricht aus den ganzen Vorfällen nicht der Sachverhalt, dass es unter solchen Vorzeichen keine Rassismus-befreiten Räume geben kann, egal, wie sehr man sie herbei zu philosophieren oder zu retweeten versucht? Spiegeln sich hier nicht die bekannten Immunisierungsversuche wider, die ständig bei den Prozessen der Abwehr des eigenen rassistischen Verhaltens und der fehlenden Positionierung bzw. im Verharren in den altbekannten Mustern kultiviert werden? Einfach mal nichts sagen. Allerdings sich immer dann berufen fühlen viel sagen zu müssen, wenn man weder Ahnung von, noch Erfahrung mit etwas hat - etwa betreffend der Situation von Frauen in der ägyptischen Revolution oder in Bezug auf sl*twalks im Kongo.

Auch der Konsumanspruch, politischen Aktivismus ganz im Disney-Stil als gastrokommerzielles Neuköllner Abenteuerland nur besuchen zu wollen, hat sich am vergangenen Samstag und den darauffolgenden Tagen manifestiert. Es wurde klar, als sich Menschen das Programm am MM-Infostand herunterbeten ließen, statt es selbst zu lesen oder nur wenig bis keine Bereitschaft signalisierten, sich in der Orga oder Durchführung der Veranstaltung einzubringen (trotz mehrfacher Einladungen und Aufrufe). Und es zeigt sich nun wieder anhand der Reaktionen auf die MM-Stellungnahme, bei der viele Leute sich noch nicht einmal in der Lage sehen, selbst nach einem ihnen unbekannten Wort zu googlen und sich darüber empören, dass man Eigeninitiative von ihnen verlangt, wenn ihnen nicht klar ist, warum man "weiß positioniert" schreiben kann. 

Diese Haltung gipfelt schließlich darin, dass der Großteil der weißen MM-Party-Besucher_innen selbst nur gelegentlich raunte bei der eskalierenden Podiumsdiskussion zu Netzaktivismus mit dem SW Berlin.
Das ist das beste Beispiel dafür, wie wenig die Menschen, die sich als antirassistische Verbündete sehen, von Rassismus und weißen Privilegien verstehen, geschweige denn, ihre Ideale umzusetzen vermögen. Außer hinterher natürlich, und zwar nach ausführlicher Eskalationsbeschau - und indem unter dem Verweis auf PoC mit dem Finger gezeigt wird. (Nur die wenigsten Besucher_innen scheinen sich die - zugegebenermaßen: mickrigen - anti-rassistischen guidelines der MM für das Event angesehen, geschweige denn Ernst genommen zu haben.) Diese Haltung gilt ganz klar auch für die MM in Bezug auf deren vorherige Kritik am SW Berlin und anderen, angesichts der eigenen Strukturen und Verhaltensweisen. Es gilt aber auch für viele derjenigen, die jetzt pauschalisierte Kritik an der MM üben.

Das wird illustriert durch die Situation, in der wir uns jetzt befinden: Nadia, Sabine und accalmie (...so hätte man es gerne), sind Opfer der Fänge der Mädchenmannschaft, die offenbar die letzte Bastion weißer Privilegien innerhalb der feministischen Net-Community in Deutschland ist. Die angemessene Reaktion darauf scheint zu sein, einen internen "Wer ist am wenigsten weiß"-Vergleich in einem "Ich hab die größte awareness field credibility"-Wettbewerb selbsterklärter weißer allies zu veranstalten. Den Fakt, dass solche Wettbewerbe immer auf Kosten von PoC stattfinden und zugleich pater_maternalistisch und heuchlerisch sind, scheint man dabei gekonnt ignorieren zu können. Auch einige der im Nachhinein lang ausgebreiteten Schamesbekundungen weißer Teilnehmer_innen lesen sich vor allem als ein um die eigene Person kreisender Ablasshandel. Selbst eingekauft wird dabei nicht, stattdessen kommen die ewiggestrigen "konstruktiven" Wünsche, dass doch endlich noch mehr PoCs als Schreiberlinge, Erklärbär_innen und Vorführkaninchen akquiriert werden sollen.

Bei der MM liegen hinsichtlich white privilege - wie in Deutschland und weltweit, es ist also keine Überraschung - viele Dinge im Argen. Das kann und darf man nicht schön reden, da erwarten wir konkrete Maßnahmen. 

Die eingetrudelten Kommentare zu dem "Spontan-Panel"/der Bullshit Bingo-Runde der fünf WoC, die sich am Ende des Abends auf der Bühne einfanden, blenden in der Retrospektive nun oft aus, dass drei dieser fünf Diskussionsteilnehmer_innen gleichzeitig Autorinnen der Mädchenmannschaft sind. Hier lag für uns auch das spezifische Dilemma dieser Situation: zum einen schien es gerade für uns als MM-Mitglieder notwendig, zu intervenieren, zum anderen war es vor allem der Austausch mit Noah Sow, die ihr Konzert aufgrund der rassistischen Vorfälle im Rahmen der #MMwird5 abgesagt hatte, und ihre Initiative, die uns darin bestärkte, als WoC, unabhängig von der Mädchenmannschaft, einzugreifen. Wir sind auch durchaus in der Lage, für uns selbst zu sprechen - sowohl als WoC als auch als MM-Mitglieder.

Jede von uns hat verschiedene Gründe, warum sie trotzdem dabei ist. Uns (und andere) als stereotypisierte, passive Opfer zu stilisieren, die nicht verstehen, dass es ihnen in einem anderen weißen Lager viel besser gehen würde, ist nicht nur anmaßend, sondern - Ironie Vier - ein deutlicher Hinweis auf das Unverständnis eigener weißer Privilegien und den Willen, PoC zum Spielball für eigene Zwecke zu machen. Hier wird sich als selbsterklärtes Sprachrohr der Marginalisierten selbst auf die Schulter geklopft. Einige Ausformungen der enormen Empörung "im Namen von..." wirken hier nämlich mehr pro forma und auf eigene Zwecke gerichtet als solidarisch oder gar zielführend. 

Antirassistische Verbündete zu sein heißt, sich zu äußern, Rassismus zu benennen und (auch im Alltag) zu handeln. Es heißt aber nicht, sich vor PoC zu drängeln und so laut und so pauschalisierend zu schreien, dass die Stimmen jener übertönt werden, die man meint hier vertreten zu können und zu müssen. Und so zu tun, als seien in einem deutschen oder auch nur innerfeministischen Kontext die MM und die MMwird5-Party "Das Schlimmste Was Je Passiert Ist" (tm), ist wieder eine Ironie, die anhand des wachsenden Haufens nicht-freischaltbarer Kommentare zum MM-Statement deutlich wird. Dieser veranschaulicht nämlich, wie bitter es um Antirassismus in dieser Gesellschaft wirklich gestellt ist - und das bei Menschen, die überhaupt schon Mal auf die MM-Seite kommen.

Ein bisschen Perspektive würde hier nicht schaden. Solidarität mit PoC sieht nämlich auch anders aus. Solidarität ermöglicht ein Klima, in dem PoC sich ermutigt sehen zu sprechen und dabei mit ehrlichem Interesse gehört werden, sichtbar sind und es vor allen Dingen auch bleiben. Solidarität bedeutet eine beständige Auseinandersetzung mit eigenen Privilegien, das Bewusstsein für Hegemonien - und zwar auch, wenn keine (oder nur kaum) PoC da sind.

Kontraproduktiv ist und bleibt eine Situation, in der sich "Ich bin reflektierter als Du!"-Weiße mit anderen "Ich aber auch!"-Weißen lautstark über den "Gegenstand" oder das "Objekt" PoC und PoC-safe(r) spaces streiten, und das dann als antirassistisches Engagement verstehen (oder als Netzaktivismus begreifen). Diesen safe(r) space zu kreieren vermochten weder die MM noch viele weiße Kritiker_innen. Also, an alle die gerade am lautesten schreien: Macht die Reflektionskrone bitter unter Euch aus, wenn Euch das als sinnvolle Freizeitbeschäftigung erscheint - aber lasst uns da auch rhetorisch so außen vor, wie wir es tatsächlich sind, und tut nicht so, als geschähe dies zu "unseren" Gunsten.




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Anmerkungen: http://sync.in/dj9jQdDpHQ

find ich jut so. jo:-) moment vor dem letzten guckt malschreien find ich besser, kreischen hat was von der idee von "hysterischen" frauen so?+1j stimmt wolln wa dann nochmal von oben drüber komplett? ha geiles teil hrr hrr :)
hrrr also dann noch mal drüber. ja ist übersichtlicher . merci. fein fein thx
so, ich kopier den kursiv-kram raus, dann isses vielleicht einfacher, moment... so. von vorne :)?

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Ist  das eigentlich Konsens, was in diesem Paragraphen steht? Momentan ist  das ja eher meine persönliche Meinung :). Außerdem: fehlt noch irgendwas  in dem Text, was jemand unbedingt (oder auch nur vielleicht) sagen  möchte?
Ich muss da bei diesem Absatz an die gute alte Crenshaw denken: " Women are white, men are black and we are brave" ;-) hehehehejep
was  ich evtl noch anmerken wollen würde: wie geil (hoahoa) gerade jetzt  diese momente des auseinander dividierens zeigen, auf welcher wüste man  eigentlich rumläuft. ja.  ich bin auch noch beeinflusst von den ganzen kommentaren, die  ununterbrochen schreiben, dass man bei sowas gar nicht mehr mitkäme und  kein wunder, dass mittlerweile alle feminismus scheiße (!!!!) finden,  weil das ist ja voll die verfahrene ideologie und alles, und man traut  sich ja kaum noch, irgendwas zu sagen << mein lieblingssatz... da  würde ich gerne noch was zu sagen, aber mir fällt nix schlaues ein.
klima der angst

-->  Macht die Reflektionskrone  bitter unter Euch aus, wenn Euch das als  sinnvolle Freizeitbeschäftigung  erscheint - aber lasst uns da auch  rhetorisch so außen vor, wie wir es  tatsächlich sind, und tut nicht so,  als geschähe dies zu "unseren"  Gunsten.   vllt einleiten mit: Also an  alle, die jetzt laut kreischen: ....
Ach  ja: Und was ich gerne noch sagen wollen würde: Dieses ewige Geschwafel  von "die marginalisierten"... Ganz ehrlich, ich brauche keinen  Almosenspace. Den hol ich mir schon selber, und zwar exklusiv. Wisst ihr  was ich meine? was meinst du mit exklusiv? rtl? ne, jetzt im ernst, bin gerade etwas langsamer.  Also, wenn ständig so gönnerhaft verhandelt wird, die "marginalisierten  Stimmen", ihnen einen Raum geben blabla bei dem jezigen Status Quo  einfach nur so gönnerhaft
den Ausländerbonus/ Exotenkarte? I see. joppJa, das ist exklusiv mit Scheinwerferlichtich  finde es schwierig, dass in einem text wie diesem unterzubringen, weil  wir ja durchaus aus einer marginalisierten perspektive schreiben (das  ist ja ein großer punkt der ganzen kritik), und forderungen stellen stimmt.  wenn man jetzt damit anfängt, zu schreiben, dass man das gar nicht will  mit den almosen, dann finde ich das zwar gut und würde dem zustimmen,  aber denke nicht, dass das beim zielpublikum so ankommt. das wäre ein  anderer text für andere leute.
ja das ist ein anderer kriegsschauplatz stimmt. ich hatte noch eine anmerkung zu sabines ergänzung bei 48, was denkt ihr?

muß  aber auch nicht sein - ich finde, man braucht auch keinen expliziten  schlussparagraphen mehr. wie gesagt, es sei denn, ihr formuliert noch  was - das wäre natürlich super ;)

Aber es gab doch einen Künster* auf dem Poetry Slam, hat über sein transitoh, sorry, das hab ich nicht mitbekommen... mea culpa no  problem. ich hatte es auch nur deshalb ergänzt, hatte mich mit ihm  später noch kurz unterhalten. aber wie gesagt 1 Person nicht mehr. auf jeden, vielen dank für die korrektur! schade, ihn hab ich gar nicht zu gesicht bekommen.

ähm,  dann müsste man hier aber auch mal fragen, wie viele trans*menschen und  nicht-abled-bodied menschen und so da waren, sonst wird das schon so  ein-dimensional. oder?
uh, du hast so recht. hm. ich glaube nicht sehr viele. ich weiß es aber nicht. naja,  ich erinnere mich konkret an zwei nicht-abledbodied (wie sagt man das  eigentilch auf deutsch? gibt's da einen besseren begriff?) da waren. das  und die sehr kleine anzahl an trans*menschen müssen wir zumindest im  anschließenden satz erwähnen, finde ich.+1

200 Gäste, von denen vielleicht 10% PoC waren, wobei es sich dabei zur Häfte um explizit geladene Mitwirkende handelte?  
Ich  hatte das Gefühl das die PoCs an einer Hand abzuzählen waren, ist mir  zumindest aufgefallen. Noah hatte dies auch noch gesagt. Well, it was a  mostly white room 
Die meisten/Mehrheit saßen am Ende auf dem Panel ;-) Wer fühlt sich von der MM angesprochen und adressiert? 
inklusive  uns, noah, sharon, tahir, daniele? vielleicht höchstens 20 über den  ganzen tag verteilt, eher weniger. und es waren mit sicherheit so 200  leute da, über den tag verteilt, oder? (danke)  der witz an der sache ist ja auch, dass die meisten anwesenden PoCs  sowieso Leute waren, die entweder bei der MM mitmachen oder von der MM  explizit eingeladen wurden für Panel und fürs Konzert. Es gab bei der MM  noch einen KOmmentar von einer anderen PoC, die anwesend war und sich  irgendwie auch mit dem Slutwalk verbunden sah, also gab's da auch Leute,  die ich nicht mitbekommen habe. Alles in allem aber wirklich sehr  kleine prozentzahlen. Ja, krass unterrepräsentiert. Zusammengefasst  bedeutet es, dass die meisten PoC einer expliziten Einladung  nachgekommen sind oder? Tahir ist wahrscheinlich auch gekommen um Sharon  zu hören, zumindest hatte er zuerst nach ihr gefragt als er den Raum  betrat. 

Eigentlich und das ist wiederum ironisch möchte man dieser Bubble glauben schenken, 

-->  weil: nicht-weisse rassismus-freie Räume gibt's ja bis zu einem  gewissen Maße schon; hier ist ja das Problem,d ass die Voraussetzungen  dafür erst gar nicht geschaffen werden. oder? jopp+1 Wir könnten ja das mit den Immunisierungsversuchen verbinden, wir sind gegen Rassismus das reicht 

((Man könnte sich auch die Frage stellen, ob wir es mit multiplen Persönlichkeiten zu tun haben -shorte note))

großartig! wow!! super!ich seh die leute schon wieder schreien, dass sie nicht selbst googlen wollen. PECH, NECH?!
sie scharren doch jetzt schon ganz nervös mit ihren fusssohlen.
woah, Nadia hat Dialektik gesagt!!! ;D hahahahasuper, find ich super!


 Man  könnte hier aber auch anmerken, dass genau weil es so eine Bubble ist,  die Leute nicht in der Lage sind, diese auf Lebensrealitäten zu  transferieren. Sie denken, sie hätten es super drauf, wie du schon  gesagt hast, aber können nix in Realität :D ;D. Das kann aber auch genau an einer solchen Bubble liegen, versuche ich zu sagen... :) Wo lebt ihr eigentlich, wenn ihr nicht empört seid? ;-) (not so contructive, i know :)))

 bene  je`? war erst einmal ein vorschlag. jetzt müsste man halt schreiben,  dass das eben nicht der fall war, und da kann man zum konsumanspruch in  der realität, der dem ganzen kritischen trara im netz gegenüber steht,  überleiten.hm.  da wäre die frage nach den Lebensrealitäten garnicht so übel. Ich hab  ja das Gefühl, die haben hier alle 20 Mal die theoretische Fahrübung von  ihrem weißen Heini bekommen, waren aber noch nie auf der Straße. (so in  der art) --> +1 ja, ich überlege.ich auch.


Genau, und es ist die kleine Bubble die im Netz kultiviert wird. Das wirft wieder neue Fragen auf. Wen lockt die MM an, und welche Auswirkungen hat es auf den Raum? 


Hannahs  Ägypten-Workshop und die offenbar dort stattfindende "Kopftuchdebatte"  (waaah) - ich hab davon leider nix mitbekommen und kenne auch die  Vorgeschichte nicht. Mag da eine von Euch wat zu sagen?  also, es war so. magda hatte vor wochen mich gefragt, wie ich das  finde, wenn hannah so einen niqab-ws macht. und ich dann so (weil, meine  standardmeinung, warum sind weiße eigentlich immer experts für  allet?): 
--->  hannah hat ja aber sogar gesagt, dass sie gar keinen  kopftuch/niqab-workshop vorhatte, sondern über die ägyptische revolution  AN SICH reden wollte (nicht, dass sie da größere expertin wäre, wie ich  annehme). d.h. also, sie verändert ihre story im nachhinein...?ich  habe da wenig ahnung wie das von statten ging, hatte aber eine  getroffen, die gerade rauskam und es nicht so doll fand, aber das war  post-podium 2 deshalb hatte ich da nicht mehr nachgefragt weil  clusterfuck

vielleicht könnten wir das doch noch an den letzten abastz dranhängen, nach "einfach mal nichts sagen. oder: Alllerdings sich immer dann berufen fühlen viel sagen zu müssen, wenn man keine Ahnung davon hat - sei es von der Situation der Frauen in der ägyptischen Revolution oder sl*twalks im Kongo." hehehehe (boah, böse, aber ist doch was dran oder? totally, ich hab damit kein Problem, das so zu schreiben. Ich bin ja aber auch berühmt dafür, gemein zu allies zu sein... ;) ))naja, selbsterklärten allies... )  ey also so: ich so, finde ich schwachsinnig.weil, ich kam grad auch aus  arabia, und ich bin voll weg von diesem ganzen "die sind mit tuch so  aaanders!!"-fetisch. und revoluschion hätte ich auch doof gefunden wobei  sie ja meint dass sie dezidiert extra ihre "weiße" perspektive  einbringt hm ja. naja. das war das. dann rauche ich draußen, lerne zum  ersten mal hannah kennen, und sie so: ah ja du bist nadia. hat magda mir  schon gesagt, dass du meinen workshop sinnlos findest. (awkward) hello?<--  ihre "weiße perspektive" auf die ägyptische revolution? weil das sonst  noch nie jemand in deutschland gemacht hat? und ja, da geht auch gar  nicht, dass magda das für dich so "weiterträgt"... Ich finde, man könnte  den satz als kleinen seitenhieb drinlassen, sowas mach ich immer gerne  ;D hehehe also  ich würde vorschlagen, auch weil ich die vorgeschichte und den WS nicht  erlebt habe, nur gehört, dass wir diesen hannah-nebenkriegsschauplatz  mit dem satz oben abhandeln (wenn man keine ahnung hat...) und feddich<<- gerne.ja, finde es übrigens auch strange, das weitertragen.voll  der krasse vertrauensbruch iwie weil ich das ja nur so lapidar  rückgemeldet hatte aber kann auch sein dass magda da was falsch  verstanden hat. aber das war halt doch schon wieder so  stellvertreter-sprech.geht gar nicht, muss auch magda klar sein.
hm,  eben. magda hatte auch ihre sichtweise teilen können. war auch  überrascht, dass die podiumsdiskussion von ihr beendet wurde.dabei  hatten wir kommuniziert. hihi,  das war alles so awkward. ich glaube, magda hat mir beim rausgehen  gesagt "ich brech das jetzt ab" und ich einfach nur so "ja?" hihihi...  naja, aber dann haben wir das hannah-thema damit auch abgehakt. nächster  absatz? oder noch hier was einfügen oder umschmeißen? 
jo. ok  finde das mit der tomatensuppe so so. entweder krass ironisieren :-)  oder halt nicht. also im sinne von über tomatensuppe meckern, aber sonst  nichts machen bzw. partizipieren. wie sehr ihr das?kann raus. so war das auch gemeint, als kleiner ironischer seitenhieb auf: na, sowas fällt euch auf, super.. jo.  aber: die bloggerin, von der das kommt, dani sojasahne oder wie auch  immer, hat noch viel mehr geschrieben, deshalb muss mani hr da nicht ans  bein pinkeln. ich find sowas nur unmöglich, wenn leuten nix besseres  einfällt, als ein solches feedback zu geben.   japp. so: liebes tagebuch, ich war auf dem MM-geburtstag, die suppe war  dünn, und dann gab es noch einen vorfall mit DIESEM RASSISMUS  dingenskirchenLOL! haha


ich  nich. magda war aber da und hat dazu wat geschrieben auf riotmango,  glaub ich! warum schreiben wir das rein? steh gerade auf dem schlauch.
es  muss nicht rein, finde es nur so verhaltenstypisch/-auffällig, dass sie  alle dabei sind, wissen dass es da nicht glatt läuft und immer nur  aufschreien, wenn andere was "falsches" gemacht haben.  hmmm... ich glaube, es waren wirklich wenige "bekannte gesichter" auf  dem SW, vor allem nicht derjenigen, die jetzt kritisieren. jepp. ok dann raus. OK, wenn das für dich auch OK wäre? jojo 2ndOK, ich kopiers einfach mal raus, falls wir uns später doch umentscheiden sollten, unten in den anmerkungen.
<

genau das wollte ich nicht schreiben, weil ich finde, dass es auch maßnahmen geben muss, die nicht unsere aufgabe sind +1 +1. aber ich will hier nix diktieren, ihr sacht, was ihr denkt :)! OK.
ne,  das sehe ich ähnlich, insbesondere weil es nicht unsere aufgabe ist,  rassismus, strukturen etc, zu erklären. maßnahmen, die eigene Positionen  und Privilegierungen überdenken, etc. +1- +1dann weiter bei 42 oder noch was hinzufügen? mir fällt da nix mehr ein.


-> was denkt Ihr dazu? Ich war mir nicht sicher.Ich  finde es besser, es so klar wie möglich zu formulieren, weil das was  bei der mm passiert ist tatsächlich heftig ist, wie du, accalmie schon  geschrieben hast, proklamiert antirassistisch war halt nicht drin. ich  bezog mich damit vor allem auf die erfahrung, FÜR die MM  entschuldigungsbriefe quasi an mich selbst schreiben zu sollen ;D (naja,  an daniele und noah sow, aber wir saßen ja auch mit dem podium und dann  kam die mail an uns, die, nun ja, auch irgendwie mich ein bißchen an  das erinnert hat, was ich in den mails an daniele und noah hinzugefügt  hatte. ich find das lustig, andererseits ist es schon ganz schön bitter.  daher rührt dieser satz)  das zeigt: kommunikation zero. teambildung zero. das is auf jeden ne  fette baustelle. die sind ja auch grad in dem andern panel drinne. helga  schon voll verzweifelt ;) ich wollte aber nich alle interna hier ausbreiten, deshalb nur ein konkreter satz dazu... mmmh....ja interna, das müssen wa mit den mädels nochma......eben. eben! war auch überrascht die mail dann wiederzubekommen wohlbemerkt am distimm

 finde da irgendwie besser,mir wurscht) sind. +1auch wenn keine PoC da sind. fein, danke

<<--  wollen wir das "wir sind da und sprechen" raus lassen, ich finde, das  ist impliziert durch das sprechen und gehört werden?,  aber brauchen wir denn jmd zum sprechen? finde gehört werden besser,  weil reden können wir ja, die frage des gehört werden ist ja die sache,  die schwieriger ist, aber   klar, aber ich hatte das so verstanden, dass der satz davor meint, dass  ein klima geschaffen wird, in dem PoC sich zugleich zum Sprechen  ermuntert fühlen, und ihnen dabei zugehört wird und sie sichtbar sind,  also alle drei Dinge; nicht, dass jemand für sie spricht und/oder  niemand zuhört.).--> "in dem PoC sich ermutigt sehen,"... da würde ich vllt eher so: ermöglicht ein Klima,  in dem man ehrlich daran interessiert ist PoC sprechen zu lassen und zuzuhören
Kommt auf die annahme an. sprechen würden vifiele gerne, aber sie verstummen, weil klima raum nicht da ja stimmtOK, zurück :)... moment... wobei ich das mit "ehrlich interessiert ist" schon auch gut finde. +  ich finde nämlich, bei der ganzen verhandlung ist da grad niemand  dranne interessiert. da werden nur die westen weiß gewaschen iwie habs oben geändert in "mit ehrlichem interesse," was denkt ihr? doch nochmal umformulieren in zwei sätze oder anders? ich so: +1ich auch so.ich auchfein. dann letzter absatz? jo  halt hab noch eine sache :-) solidarität in antirasssitischen  bündnissen auch als ständige arbeit an eigenen privilegien. sollte rein  oder ist schon mehrfach erwähnt. geht ja nicht nur um  schaufenster-opfer-poc. jo

((und Umsetzung, für mich ist das irgendwie auch wichtig, für Euch? oder würdet ihr das lieber intern besprechen? das  ist was, was ich intern besprechen würde. ich finde die sich  ausgedachten konsequenzen, die bislang im statement genannt wurden, auch  ehe rmittelprächtig - weiß aber natürlich nicht, was da schon in der  skype-konferenz intern besprochen wurde und aus dem statement  rausgehalten wurde. da würde ich hier fast so ähnlich verfahren, also in  dem sinne, dass wir ja mit dem vorhergehenden satz klar machen, dass es  uns um konkrete maßnahmen geht - aber welche das sind, das muss man  hier, glaub ich, nicht auch noch aufzählen... oder? ich finde zumindest das konkret könnte rein, weil ich denke, dass es transparent -zumindest das- sein müsste)))  ja, da hast du recht :)! wenn ihr zwei es wichtig fändet, dann könnten  wir natürlich auch konkrete forderungen aufstellen, tatsächlich finde  ich es aber im umgang schwierig, dass erstmal in 'nem blogpost zu  machen, bevor man es den leuten direkt zuträgt. momentan hab ich darauf  aber auch keinen bock. daher fände ich die formulierung momentan so am  besten, weil klar gemacht wird, in meiner sicht, dass man konkrete  maßnahmen fordert, aber man nicht die ganze geschichte im internet  ausbreitet...?  also konkrete Forderungen, darüber werden wir ja noch im team sprechen  (denke ich), finde ich sollten transparent sein (ohne persönliches mimi,  aber im nachhinein, und als post auf der eigenen seite, im sinne von  wie geht es weiter)da  stimme ich dir auf alle fälle zu, aber das machen wir hier momentan  noch nicht. das wäre quasi ein nichtangekündigtes verreissenja.


(hm, da hatte aber in meinen Augen Noah auch eine große Rolle zumindest für mich gespieltjeppdass   das panel überhaupt gemacht wurde? ja. scheiße, irgendwie nicht so  doll  mit der formulierung. vorschläge? mir ging es darum, dass ich es  halt  satt hab, dass leute ständig meinen, für mich reden zu können in  der  debatte. aber, du hast recht, das lag an noahs iniaitive, ich wäre  da  allein gar nicht drauf gekommen.
ja, aber hier beginnt bei tatsächlich die grauzone, die zwischenbereiche, nenn es zwischen den stühlen. 
ihr   als mm, aber eben auch let me say it als schwestern und noah, die eben   den raum, oder auch gesagt hat, raum frei, das ist natürlich alles   gemeinsam entstanden, aber sie war eben auch tragend. wie war es für   euch?stimme   ich zu. ich hab keine ahnung, wie man das hier formulieren könnte,   allerdings. ich glaube auch, dann müsste man den ganzen paragraphen neu   schreiben, oder?hmm, zugleich könnte in eine andere richtung führen. aber viel wichtiger: was wollen wir sagen? ich denke...
 ursprünglich   ging es mir hier wirklich um die feststellung, dass die MM keine   geschlossene front ist (wobei, naja, sie wird ja weiterhin nach außen  so  repräsentiert, letztlich), und wir auch keine hilflosen opfer, wie  man  sie gerne hätte. es ging mir auch darum, empowerment darzustellen  und  die agency der WoC innerhalb der MM. ich weiß aber nicht mehr  weiter und  würd mich über alternativ-formulierungsvorschläge freuen von  euch  (vielleicht, wenn nadia wieder da is).